ADHS Diagnostik

Ich will doch - aber ich schaff's einfach nicht besser

Viele Menschen, die sich zu einer ADHS Diagnostik vorstellen, kennen das Gefühl, immer wieder an eigenen oder äußeren Anforderungen zu scheitern. Aufgaben werden begonnen und nicht beendet, benötigen überdurchschnittlich viel Energie und Zeit, Termine geraten aus dem Blick oder wichtige Dinge werden aufgeschoben - obwohl der Wunsch, sie zu erledigen, durchaus vorhanden ist.

Nicht selten entstehen daraus mit der Zeit ausgeprägte Selbstzweifel und wiederkehrende Frustrationen. Die Ursachen dafür werden nicht immer erkannt und häufig als mangelnde Disziplin, Desinteresse oder fehlende Motivation missverstanden. Betroffene bleiben oft lange – manchmal auch ein Leben lang – ratlos zurück und die Frage nach einer Alternativerklärung stellt sich nicht selten erst im Erwachsenenalter.

Eine sorgfältige Diagnostik kann dazu beitragen, diese Frage differenziert zu betrachten. Gemeinsam betrachten wir Ihre aktuelle Situation, bisherige Erfahrungen und biografische Entwicklung, um mögliche Zusammenhänge besser zu verstehen. Mir ist es wichtig, den diagnostischen Prozess nicht auf schnelle Antworten auszulegen, sondern Zeit und Raum für ein sorgfältiges Verständnis Ihrer individuellen Schwierigkeiten zu schaffen.

Indikation und Umfang


Wann kann eine Diagnostik sinnvoll sein?

Eine diagnostische Abklärung kann sinnvoll sein, wenn Sie sich beispielsweise in mehreren der folgenden Bereiche wiedererkennen:

  • anhaltende Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
  • Schwierigkeiten mit Struktur und Organisation
  • starke Prokrastination
  • häufiges Vergessen oder Verlieren allerlei Gegenständen
  • innere Unruhe oder Gedankenkreisen bzw. häufige Gedankensprünge
  • Impulsivität (, die sich facettenreich darstellen kann: z.B. in Gespräche platzen, unüberlegt Sachen sagen oder Dinge kaufen, starkes Erleben von Ungeduld oder kurzen, starken Wutausbrüchen)
  • anhaltende Überforderung im Alltag, Beruf oder Studium
  • Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen oder Aufgaben abzuschließen
  • das Gefühl, dauerhaft „unter den eigenen Möglichkeiten“ zu bleiben

Merke jedoch: Nicht jede Konzentrationsschwierigkeit, nicht jedes Aufschieben oder Problem, seinen Impuls hin und wieder nur schwerlich kontrollieren zu können, bedeutet automatisch ADHS zu haben. Genau deshalb ist eine sorgfältige differentialdiagnostische Abklärung wichtig.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass ich ausschließlich bei Erwachsenen eine Diagnostik durchführe! Die diagnostische Beurteilung für Kinder und Jugendliche nehmen spezialisierte Kinderarztpraxen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen vor.

Wie läuft die Diagnostik ab?

Die Diagnostik erfolgt leitlinienorientiert und umfasst in der Regel mind. drei bis max. fünf Termine à 50 Minuten. Doppelstunden sind bei der Planung ebenso denkbar. Bei der Testung kommt u.a. zum Einsatz:

  • ein Erstgespräch zur ersten Einschätzung ihrer Situation sowie ein biographisches Screening
  • ein halbstrukturiertes diagnostisches Interview (DIVA 5)
  • weitere standardisierte ADHS-Testverfahren aus den Conner's Skalen und Homburger ADHS-Skalen
  • ergänzende differentialdiagnostische Verfahren nach fachlicher Einschätzung und Bedarf

Da sich ADHS im Erwachsenenalter sehr unterschiedlich zeigen kann, ist eine individuelle und differenzierte Betrachtung durch den Einsatz mehrerer Prüfverfahren, wozu neben den angewandten Tests auch die Experteneinschätzung zählt, von großer Bedeutung.

Kosten und Schriftliches Gutachten

Wichtiger Hinweis zur Abrechnung und den Kosten ab 2027

Mit dem Jahresbeginn 2027 wird die ADHS-Diagnostik in meiner Praxis ausschließlich als Selbstzahlerleistung auf expliziten eigenen Wunsch angeboten. Hintergrund sind die, aus meiner Sicht bedauerlichen, gesundheitspolitischen Änderungen im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes und die damit verbundenen Begrenzungen der Vergütung im ärztlichen und psychotherapeutischen Bereich.

Da die ADHS-Diagnostik zeitaufwendig ist und im vertragspsychotherapeutischen Bereich budgetäre Kontingente für gesetzliche Kassenpatienten belegen würde, möchte ich vermeiden, dass die Durchführung zulasten der verfügbaren Behandlungskapazitäten und Leistungskontingente für die reguläre psychotherapeutische Versorgung geht. Das möchte ich nicht verantworten. Ich bedauere diese Entwicklung sehr und die damit verbundene Einschränkung des Angebots für gesetzlich Versicherte. Diese Entwicklung und Einschränkungen hat primär unsere Bundesregierung zu verantworten.
Ab 2027 biete ich daher in meiner Praxis keine Abrechnung der ADHS-Diagnostik über die GKV mehr an.

Die Mindestkosten für eine Diagnostik einschließlich der erforderlichen Gesprächstermine, der in meiner Praxis üblichen psychologischen Testverfahren und eines ausführlichen schriftlichen Gutachtens betragen 768,67€. Je nach individuellem diagnostischem Aufwand können zusätzliche Kosten entstehen. Eine detaillierte Kostenaufstellung können Sie diesem PDF entnehmen.

 

Schriftliches Gutachten

Nach Abschluss der Diagnostik erhalten Sie auf Wunsch ein ausführlich schriftliches, testpsychologisches Gutachten. Darin enthalten sind u.a. die Testergebnisse, diagnostische Einordnung, Stellungnahme und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Das Gutachten umfasst in der Regel etwa 8-12 Seiten. Die Kosten hierfür sind ebenfalls eine Selbstzahlerleistung  und orientiert an der GOÄ 85, Faktor 2,3. Das Gutachten ist nicht automatisch Bestandteil der diagnostischen Befunderhebung, sondern wird nur auf ausdrücklichen Wunsch erstellt. Gerade für Fälle, wo sich ein Verdacht nicht bestätigt, möchte ich Zusatzkosten für Sie vermeiden. Bei Bestätigung einer Diagnose ist ein Gutachten für eine Weiterbehandlung zumeist erforderlich.

Weitere Informationen zu den Gesamtkosten und dem diagnostischen Prozess erläutere ich Ihnen gerne im persönlichen Kontakt.

WICHTIGER HINWEIS: Im kollegialen Umfeld wird die abschließende schriftliche Dokumentation einer ADHS-Diagnostik unterschiedlich gehandhabt. Während teilweise auch kurze ein- bis zweiseitige Stellungnahmen im Rahmen einer GKV-Leistung (siehe z.B. EBM 01622) angeboten bzw. berechnet werden, setzen viele psychiatrische und neurologische Praxen für die weitere Behandlung bzw. eine medikamentöse Einstellung ein ausführliches diagnostisches Gutachten voraus und akzeptieren solche kurzen Stellungnahmen nicht als ausreichende diagnostische Grundlage.

Ich weise hierauf ausdrücklich hin, weil mir dies im Praxisalltag regelmäßig begegnet: Immer wieder wenden sich Personen an mich oder Kolleginnen, nachdem eine zuvor erhaltene kurze Stellungnahme von der weiterbehandelnden psychiatrischen oder neurologischen Praxis nicht als ausreichende Grundlage für die weitere Behandlung akzeptiert wurde. In solchen Fällen beginnt die Suche nach einer geeigneten diagnostischen Stelle faktisch erneut.

Zudem möchte ich anmerken, dass die Abrechnung einer Leistung, wie der EBM 01622, nur zulässig ist, wenn der Kostenträger ein gesondertes Verlangen ausspricht. Ich benötige für die Anfertigung des Gutachtens mind. 3 Zeitstunden. Selbst bei hinreichendem Wohlwollen stehen die veranschlagten 10,57€ der Abrechnungseinheit dafür in keinerlei Verhältnis zu dem betriebenen Aufwand.

Termine oft zeitnah möglich

Die Diagnostik erfolgt in separaten Zeitfenstern unabhängig von meinem regulären Therapiebetrieb. Dadurch sind Termine häufig innerhalb von etwa 4–8 Wochen möglich — abhängig von der aktuellen Auslastung. Generell finden jedoch, analog zum regulären Therapiebetrieb, die Testungssitzungen tagsüber statt. Abendstunden biete ich hierfür nicht an.

Für die Diagnostik ist ihre persönliche Anwesenheit erforderlich. Ein Teil der Diagnostik ist die Begutachtung ihrer Person bzw. ihres Verhaltens, weshalb eine Anwesenheit in Präsenz unumgänglich ist. 

Wenn Sie eine ADHS-Diagnostik anfragen möchten oder unbeantwortete Fragen zum Ablauf haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Anm.: Stand 10/2026 - aktuell erreichen mich viele Anfragen. Aufgrund der Wartezeit ist eine Diagnostik noch in 2026 unwahrscheinlich.